- Gustav Winter wird im Jahre 1893 in Neustadt im Schwarzwald geboren. (Quelle: Frankfurter Rundschau)

- Während des ersten Weltkrieges hält er sich im Ausland auf, besucht unter anderem Argentinien und England.(lt. Frau Winter-Althaus)

- 1915 kommt Gustav Winter über England nach Spanien. Er beendigt sein in Deutschland (Hamburg?) begonnenes technisches Studium in Madrid (1921) und fängt an, auf dem Festland an diversen Projekten zu arbeiten. (Quelle: Diario de Las Palmas 1983, lt. Frau Isabel Winter-Althaus).

CICER-eröffnung - 1924, mit 28 Jahren, errichtet Ing. Winter das Elektrizitätswerk CICER auf Las Palmas de Gran Canaria, welches am 21.10.1928 eröffnet wird (siehe Foto). (lt. Frau Winter-Althaus)

- 1933 gibt es erste Hinweise, dass Winter sich auf die Halbinsel Jandía begibt
  (im selben Jahr ist der Regierungsantritt Hitlers in Deutschland, Anm.).

  (lt. Aussagen des Leiters des hist. Archivs auf Fuerteventura, Francisco Navarro Artiles).

- 1937 erwägt Winter zuerst eine Zementfabrik, später eine Fischfabrik auf Jandia errichten zu lassen. Beide Projekte wurde nie realisiert. (lt. Luis Fernández Fúster, span. Archeologe und Lehrer)
Am 19.7.1937 unterschreibt Winter mit den Erben des Conde de Santa Coloma (Lanzarote) in Burgos einen Pachtvertrag für die gesamte Halbinsel Jandía (lt. Winter selbst und lt. Francisco Navarro Artiles)
Im selben Jahr reist Winter nach Berlin, um für ein Vorhaben den nötigen finanziellen Zuschuss zu erhalten. Bald darauf, zwischen Juli und August 1938 reist er mit einer kleinen Expedition von Fachleuten an Bord des Schiffes "Richard Ohlrogge" nach Fuerteventura, um die Gegend zu erkunden, Fotos zu machen und Karten zu erstellen. (Quelle: Manuel Ros Agudo; "La guerra secreta de Franco", sowie z.T. auch Frau Winter-Althaus)

- 1938 gibt es eine durch Unterlagen nachweislich belegte Besprechung zwischen Winter und der Abwehr III-Canaris, dabei wurde vereinbart dass Winter auf Jandia für das 3. Reich wirtschaftlich wichtige Vorhaben durchführt und dafür deutsche Hilfskräfte erhält.
(lt. Aussagen von "Heinrich")
Winter ist in dieser Zeit auch bereits als Agent der Deutschen Abwehr in Spanien tätig.Winter und seine Yacht "Argo"

- Von
1939 bis 1944 leitet Winter eine Werft der deutschen Kriegsmarine bei Bordeaux, Frankreich. (lt. Frau Winter-Althaus)
Ab 1939 dürfen keine Einheimischen mehr die Halbinsel Jandia bewohnen, das Gebiet wird komplett gesperrt.
(lt. Luis Fernández Fúster)

- Am 23. Oktober 1940 kommt es zu einem Treffen zwischen Hitler und General Franco. Hitler zeigt Interesse, einen Stützpunkt auf einer der Kanarischen Inseln zu errichten, Franco zweifelt wegen Spaniens souveräner Haltung und lehnt vorerst ab.

- Zwischen März und Juli 1941 gab es 6 nachgewiesene Stationen von deutschen U-Booten im Hafen von Las Palmas (Codename Culebra) mit entsprechender Versorgung durch das Schiff Corrientes: U-124, U-105, U-106, U-123, U-69, U-103 (in chron. Reihenfolge).

- Am 28.4.1941 unterschreibt ein Notar in Madrid einen Kaufvertrag. Drei Spanier sind die neuen Besitzer, der Name der Gesellschaft ist "Dehesa de Jandia S.A.". Verwalter: Gustav Winter. (lt. Francisco Navarro Artiles)

- Am 6. April 1943 wird die U-167 in kanarischen Gewässern von einem britischen Flieger getroffen. Mit letzter Not erreicht die Mannschaft noch den Süden von Gran Canaria, wo das Boot schließlich versinkt.

- 1945 lernt sich das Ehepaar Winter-Althaus in Madrid kennen. (lt. Frau Winter-Althaus)

- 1946 wurde die Villa Winter in Cofete errichtet. (lt. Frau Winter-Althaus)
Um 1946 wird von polit. Häftlingen des Konzentrationslagers in Tefía die Strasse nach Cofete errichtet.Arbeiter in Cofete

- Erst 1947 lassen die Alliierten das Ehepaar wieder auf die Kanarischen Inseln zurückkehren. (lt. Frau Winter-Althaus)
Gustav Winter legt die Tomatenplantage Casas de Jorós an, lässt Brunnen errichten und versucht, die Berge von Jandia aufzuforsten. (Quelle: Dumont Reiseführer Fuerteventura).

- Um 1950 gibt es tagelange Spregungen auf der Halbinsel Jandía. (lt. Aussagen Einheimischer)
Die Villa Winter entsteht in ihrer heutigen Form, nachdem die Genehmigung für eine Erweiterung erteilt worden ist.
(Quelle: Dumont Reiseführer Fuerteventura)
Gustav Winter sagt, er habe die Villa Ende 1958 erbaut. (Quelle: Stern)

- 1962 übeträgt die Dehesa de Jandia S.A. an die 2.300 ha Land zwischen Morro Jable und Cofete an Gustav Winter, als Entschädigung für die Erschließung der Halbinsel. (Quelle: Dumont Reiseführer Fuerteventura bzw. Stern).

- 1971 stirbt Winter im Alter von 78 Jahren in Las Palmas d. G.C.
Bald darauf erscheint der Artikel des "Stern".

- 1985 finden Renovierungsarbeiten an der Villa durch die Erben statt. Die Kellerzugänge werden zugemauert. (Quelle: Dumont Reiseführer Fuerteventura)

- Bis Anfang der 90er Jahre wird die Villa von einer privaten Überwachungsfirma vor allzu neugierigen Besuchern beschützt. Seit einigen Jahren ist die Villa im Besitz der Baufirma Lopesan S.A., mit Sitz in Las Palmas d. G. C.

 



Dies darf als Versuch einer Chronik der Ereignisse verstanden werden. Die Aufzählung erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Richtigkeit der Daten. Sie kann jederzeit durch neue Hinweise, Beweise oder Entdeckungen ergänzt und verändert werden.

Dezember 2002.