Gustav Winter

Gustav Winter wurde im Jahre 1893 in Zastler im Schwarzwald, unweit von Freiburg, geboren.

Während des ersten Weltkrieges hielt er sich im Ausland auf, unter anderem in Argentinien und England.

1915 kam Gustav Winter über England nach Spanien. Er beendigte seine technische Ausbildung und begann, an diversen technischen Projekten in Spanien zu arbeiten.

1928 errichtete Winter das Elektrizitätswerk CICER auf Las Palmas de Gran Canaria, welches nach einer Bauzeit von wenigen Monaten im Oktober 1928 eröffnet wurde. Ein Meisterwerk deutscher Ingenieurskunst. Während seiner Tätigkeit auf Gran Canaria besuchte Gustav Winter auch Lanzarote und Fuerteventura und war fasziniert von der wilden Ursprünglichkeit und Schönheit der Halbinsel Jandía.

1937 erhielt Winter die Möglichkeit, Jandía zu pachten und plante, diese zu industrialisieren. Es sollte zuerst eine Zementfabrik, dann eine Fischfabrik auf Jandía errichtet werden. Beide Projekte wurden wegen Ausbruch des Krieges nie realisiert. Winter schloss mit den Erben des Conde de Santa Coloma in Burgos einen Pachtvertrag für die gesamte Halbinsel Jandía ab; im selben Jahr reiste er nach Berlin, um für sein Vorhaben von Hermann Göring den nötigen finanziellen Zuschuss zu erhalten. Bald darauf, zwischen Juli und August 1938 kam er mit einer kleinen Expedition von Fachleuten an Bord des Schiffes „Richard Ohlrogge“ nach Fuerteventura, um die Gegend zu erkunden, Fotos zu machen und Karten zu erstellen. Erste Gerüchte über die Entstehung eines geheimen U-Bootstützpunktes auf Fuerteventura gerieten in Umlauf.

Von 1940 bis 1944 war Winter für eine Werft der deutschen Kriegsmarine in Frankreich tätig. Inzwischen wurde die Halbinsel Jandia vom Rest der Insel Fuerteventura abgesperrt und die einzige Zufahrt mit einem Tor und einem bewaffneten Wärter gesichert.

Am 23. Oktober 1940 kam es zu einem Treffen zwischen Adolf Hitler und Francisco Franco. Hitler zeigte Interesse, einen Stützpunkt auf einer der Kanarischen Inseln zu errichten, Franco lehnte jedoch ab, nachdem seine eigenen Forderungen nicht erfüllt wurden.

Zwischen März und Juli 1941 gab es sechs nachgewiesene Versorgungen von deutschen U-Booten im Hafen von Las Palmas mit entsprechender Versorgung durch das Schiff Corrientes: U-124, U-105, U-106, U-123, U-69, U-103.

Am 1941 beglaubigte ein Notar in Madrid einen Kaufvertrag für die Halbinsel Jandía. Drei Spanier wurden die neuen Besitzer, der Name der Gesellschaft lautete „Dehesa de Jandía S.A.“. Verwalter: Gustav Winter.

Am 6. April 1943 wurde U-167 in kanarischen Gewässern von einem britischen Kampfflugzeug bombardiert. Mit letzter Not erreichte die Mannschaft noch den Süden von Gran Canaria, wo das Boot schließlich auf Anordnung des Kapitäns aufgegeben, evakuiert und durch die eigene Besatzung versenkt wurde.

1945 lernten sich Gustav Winter und Elisabeth Althaus in Madrid kennen.

Ab 1946 wurde von Häftlingen des Konzentrationslagers in Tefía Straßen in Jandía errichtet.

1948 übersiedelten Gustav Winter und Elisabeth Althaus auf die Kanarischen Inseln. Gustav Winter legte die Tomatenplantage Casas de Jorós an, ließ Brunnen errichten und versuchte, die Berge von Jandía aufzuforsten.

Um 1950 gab es tagelange Sprengungen auf der Halbinsel Jandía und die Villa Winter entstand in ihrer heutigen Form, nachdem die Genehmigung für eine Erweiterung erteilt worden war.

1962 übertrug die Dehesa de Jandía S.A. ganz Jandía an Gustav Winter, als Entschädigung für die Erschließung der Halbinsel und den Aufbau der Infrastruktur.

Gustav Winter sagte in einem Interview 1971 gegenüber dem Stern, er habe die Villa erst Ende 1958 erbaut. Im selben Jahr starb Winter im Alter von 78 Jahren in Las Palmas.

1985 fanden Renovierungsarbeiten an der Villa durch die Erben statt. Bis Anfang der 90er Jahre wurde die Villa von einer privaten Sicherheitsfirma vor allzu neugierigen Besuchern beschützt. Seit 1996 ist die Villa im Besitz der Baufirma Lopesan S.A. aus Gran Canaria.

Das Buch MYTHOS WINTER – Die Wahrheit über den deutschen Ingenieur Gustav Oskar Winter erscheint in Kürze in einer deutschen, einer spanischen und in einer englischen Fassung. Es wird, mit zahlreichen Abbildungen, Karten und Fotos illustriert, das Geheimnis um die Legende von Winter auf Fuerteventura lüften …